Finasterid: Wirkung bei Haarausfall

Finasterid 1 mg ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff gegen erblich bedingten Haarausfall bei Männern zwischen 18 und 41 Jahren. Die Wirkung hält nur bei dauerhafter Einnahme an, und das Arzneimittel kann Sexualfunktion und Stimmung beeinträchtigen; dazu hat eine EU-weite Überprüfung zusätzliche Warnhinweise gebracht. Ursachen und andere Behandlungswege beschreibt der Bereich Haarausfall.

Wie Finasterid bei Haarausfall wirkt

Haarausfall vom männlichen Typ, medizinisch androgenetische Alopezie, entsteht wahrscheinlich aus dem Zusammenspiel erblicher Faktoren und des Hormons Dihydrotestosteron (DHT). DHT verkürzt die Wachstumsphase der Haare und lässt sie dünner werden. Finasterid hemmt in der Kopfhaut das Enzym Typ-II-5-Alpha-Reduktase, das Testosteron in DHT umwandelt, und senkt so den DHT-Spiegel.

Zugelassen ist Finasterid 1 mg für frühe Formen dieses Haarausfalls bei Männern im Alter von 18 bis 41 Jahren. Eine günstige Wirkung ist laut Gebrauchsinformation nur bei leichtem bis mittelgradigem Haarausfall zu erwarten, nicht bei vollständigem Haarausfall oder bei Geheimratsecken. Finasterid 1 mg ist der Wirkstoff des Originalpräparats Propecia; daneben sind zahlreiche Präparate anderer Hersteller zugelassen.

1 mg gegen Haarausfall, 5 mg bei vergrößerter Prostata

Finasterid gibt es in zwei Stärken mit unterschiedlichen Anwendungsgebieten. Tabletten mit 1 mg werden bei früher androgenetischer Alopezie eingesetzt, Tabletten mit 5 mg bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata, die Probleme beim Wasserlassen verursachen kann. Für beide Stärken gibt es eigene Produktinformationen mit eigenen Dosierungen. Die Hinweise auf dieser Seite beziehen sich auf die 1-mg-Tabletten gegen Haarausfall.

Einnahme und wann sich ein Effekt beurteilen lässt

Die übliche Dosis ist eine Filmtablette mit 1 mg pro Tag, mit oder ohne Mahlzeit. Die Tablette wird im Ganzen mit etwas Wasser geschluckt und darf nicht zerteilt oder zerstoßen werden. Mehr als eine Tablette täglich wirkt weder schneller noch besser. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge, sondern die nächste Tablette zur gewohnten Zeit.

Ob die Behandlung anschlägt, lässt sich laut Gebrauchsinformation erst nach einer täglichen Einnahme über mindestens 3 bis 6 Monate beurteilen; Ihre gewohnte Haarpflege können Sie beibehalten. Dosis und Dauer ändern Sie nur nach Rücksprache mit dem verordnenden Arzt; ausgenommen sind die weiter unten beschriebenen Warnzeichen, bei denen Sie die Einnahme beenden.

Wer Finasterid nicht einnehmen darf

Laut Gebrauchsinformation darf Finasterid 1 mg in den folgenden Fällen nicht eingenommen werden; das Arzneimittel ist ausschließlich für Männer bestimmt.

  • Frauen: In klinischen Studien war Finasterid 1 mg bei Haarausfall von Frauen unwirksam; zum Risiko in der Schwangerschaft lesen Sie den nächsten Abschnitt
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren
  • Allergie gegen Finasterid oder einen der sonstigen Bestandteile
  • gleichzeitige Behandlung mit einem anderen finasteridhaltigen Arzneimittel oder einem anderen 5-Alpha-Reduktase-Hemmer

Schwangerschaft: Kontakt mit dem Wirkstoff vermeiden

Frauen, die schwanger sind oder schwanger werden könnten, dürfen zerbrochene oder zerstoßene Tabletten nicht berühren. Der Wirkstoff kann über die Haut aufgenommen werden und bei einem männlichen ungeborenen Kind die Entwicklung der äußeren Geschlechtsorgane beeinträchtigen. Unversehrte Tabletten haben einen Filmüberzug, der den Kontakt bei normaler Handhabung verhindert. Kommt eine Schwangere dennoch mit dem Wirkstoff in Berührung, sollte sie ärztlichen Rat einholen.

Ist die Partnerin eines behandelten Mannes schwanger oder könnte sie schwanger werden, verlangt die Gebrauchsinformation, den Kontakt mit der Samenflüssigkeit zu verhindern, zum Beispiel mit einem Kondom, oder die Behandlung zu beenden.

PSA-Wert, Fruchtbarkeit und Brustgewebe

Finasterid kann das Ergebnis eines Bluttests auf das prostataspezifische Antigen (PSA) beeinflussen, der zur Kontrolle der Prostata bestimmt wird. Steht ein solcher Test an, informieren Sie die Praxis, die ihn veranlasst, über die Einnahme.

Finasterid kann die Fruchtbarkeit des Mannes beeinträchtigen; bei Kinderwunsch sollte erwogen werden, die Behandlung zu beenden. Unfruchtbarkeit wurde bei Männern berichtet, die Finasterid lange eingenommen und weitere Risikofaktoren für die Fruchtbarkeit hatten; nach dem Absetzen wurde über eine Normalisierung oder Verbesserung der Samenqualität berichtet.

Veränderungen im Brustgewebe wie Knoten, Schmerzen, eine Vergrößerung der Brust oder Ausfluss aus der Brustwarze lassen Sie umgehend ärztlich abklären, weil sie Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung wie Brustkrebs sein können.

Nebenwirkungen auf Sexualfunktion und Stimmung

Die Nebenwirkungen sind laut Gebrauchsinformation im Allgemeinen leicht und gingen bei fortgesetzter Behandlung oder nach dem Absetzen meist zurück. Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, treten nachlassendes sexuelles Verlangen, Erektionsstörungen, Ejakulationsstörungen wie eine verminderte Samenmenge und Depression auf. Mit nicht bekannter Häufigkeit wurden unter anderem Überempfindlichkeitsreaktionen, eine berührungsempfindliche oder vergrößerte Brust, Hodenschmerzen, Herzklopfen, erhöhte Leberwerte, Angst und sexuelle Probleme berichtet, die nach dem Absetzen andauerten. Mehr über Erektionsstörungen lesen Sie im Bereich Männergesundheit.

Über Stimmungsänderungen wie depressive Verstimmung, Depression und, seltener, Suizidgedanken wurde bei Finasterid 1 mg schon länger berichtet. Nach einer EU-weiten Überprüfung hat der Sicherheitsausschuss der EMA 2025 Suizidgedanken als Nebenwirkung von Finasterid-Tabletten mit 1 mg und 5 mg bestätigt; wie häufig sie auftreten, lässt sich nicht abschätzen. Die meisten Fälle betrafen Männer, die 1 mg gegen Haarausfall einnahmen. Der Ausschuss kam zugleich zu dem Schluss, dass der Nutzen in den zugelassenen Anwendungsgebieten die Risiken weiterhin überwiegt.

Bei den folgenden Warnzeichen brauchen Sie ärztlichen Rat. Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, ist die TelefonSeelsorge rund um die Uhr kostenfrei unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 erreichbar; in akuter Gefahr wählen Sie den Notruf 112.

  • Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, Schluckbeschwerden, Nesselsucht oder Atembeschwerden: Einnahme beenden und umgehend ärztliche Hilfe suchen, bei Atemnot über den Notruf 112
  • Stimmungsänderungen wie gedrückte Stimmung, Depression oder Gedanken an Suizid: Einnahme beenden und sich so bald wie möglich an einen Arzt wenden
  • Probleme mit der Sexualfunktion wie verminderte Libido oder Erektionsstörungen: ärztlichen Rat einholen, weil sie zu Stimmungsänderungen beitragen können; der Arzt kann einen Abbruch der Behandlung erwägen

Ärztliche Prüfung und wann eine Praxis vor Ort sinnvoll ist

Finasterid 1 mg ist nur für Haarausfall vom männlichen Typ zugelassen. Passt Ihr Haarausfall nicht zu diesem Muster oder sind Sie unsicher, woher er kommt, sollte die Ursache zuerst in einer Hausarzt- oder Hautarztpraxis abgeklärt werden.

Für eine Bewertung über diesen Dienst füllen Sie einen medizinischen Fragebogen aus; Befunde kann der Arzt über den Chat in Ihrem Konto anfordern. Nennen Sie darin Ihre Vorerkrankungen, auch frühere depressive Phasen, und alle Arzneimittel, die Sie einnehmen. Die Angaben prüft der Arzt Damian Wojno (polnische Approbation, Nr. 3211301); er kann weitere Unterlagen anfordern, die Verordnung ablehnen oder Ihnen zu einer Untersuchung vor Ort raten. Bei positiver Bewertung erhalten Sie die ärztliche Verschreibung als PDF per E-Mail. Über die Abgabe entscheidet die Apotheke.

Was kostet das?

Arzneimittel, die überwiegend der Verbesserung des Haarwuchses dienen, sind nach § 34 Abs. 1 SGB V von der Versorgung durch die gesetzliche Krankenversicherung ausgeschlossen. Gesetzlich Versicherte bezahlen Finasterid gegen Haarausfall deshalb selbst, und weil die Behandlung auf Dauer angelegt ist, fallen diese Kosten über lange Zeit an. Die ärztliche Verschreibung über diesen Dienst ist zudem kein Kassenrezept; das Arzneimittel bezahlen Sie in der Apotheke. Die Gebühr für die ärztliche Bewertung sehen Sie vor der Zahlung.

Ist Finasterid verschreibungspflichtig?

Ja. Finasterid steht ohne Einschränkung in Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung. Verschreibungspflichtig sind damit alle Stärken und Darreichungsformen, auch das Spray zur Anwendung auf der Kopfhaut.

Wie lange dauert es, bis Finasterid wirkt?

Ob Finasterid wirkt, lässt sich frühestens nach drei bis sechs Monaten täglicher Einnahme beurteilen. Ein bestimmtes Ergebnis ist damit nicht verbunden: Ein Nutzen ist laut Gebrauchsinformation nur bei leichtem bis mittelgradigem Haarausfall zu erwarten, und ob die Behandlung fortgesetzt wird, entscheiden Sie danach gemeinsam mit dem verordnenden Arzt.

Was passiert, wenn ich Finasterid absetze?

Die während der Behandlung erreichte Zunahme der Haardichte geht laut Gebrauchsinformation wahrscheinlich innerhalb von 9 bis 12 Monaten wieder zurück. Für einen anhaltenden Nutzen wird deshalb eine langfristige Einnahme empfohlen.

Was steht auf der Patientenkarte zu Finasterid 1 mg?

Sie erinnert daran, dass Finasterid depressive Verstimmungen, Depressionen oder Selbstmordgedanken hervorrufen kann und dass Sie bei Stimmungsänderungen die Einnahme beenden und sich so bald wie möglich an einen Arzt wenden sollen. Außerdem weist sie darauf hin, dass eine beeinträchtigte Sexualfunktion zu Stimmungsänderungen beitragen kann und Sie dann ebenfalls ärztlichen Rat einholen sollten.

Kann man Finasterid mit Minoxidil kombinieren?

Zur Einnahme von Finasterid zusammen mit Minoxidil zum Auftragen auf die Kopfhaut liegen laut Gebrauchsinformation keine Daten vor. Ob eine Kombination für Sie infrage kommt, entscheidet der Arzt im Einzelfall; was Minoxidil-Lösung und Minoxidil-Tabletten unterscheidet, steht auf der Seite Minoxidil.

Wird die ärztliche Verschreibung in der Apotheke angenommen?

Ausgestellt wird sie in Polen vom Arzt Damian Wojno (polnische Approbation, Nr. 3211301). Sie erhalten die ärztliche Verschreibung als PDF per E-Mail. Über die Abgabe entscheidet die Apotheke, die unter anderem die Unterschrift prüft; Verschreibungen aus anderen EU-Staaten werden in Deutschland nicht in jedem Fall beliefert. Klären Sie deshalb vorher mit der Apotheke, bei der Sie das Arzneimittel abholen möchten, ob sie die Verschreibung beliefert.

Gibt es Finasterid auch als Spray?

Ja. Finasterid ist auch als Spray zur Anwendung auf der Kopfhaut zugelassen, ebenfalls gegen frühen Haarausfall vom männlichen Typ und ebenfalls verschreibungspflichtig. Bei der EU-weiten Überprüfung fand sich für die Sprays kein Zusammenhang mit Suizidgedanken; ihre Produktinformation wurde deshalb nicht um neue Hinweise ergänzt.