Sumatriptan bei Migräne

Sumatriptan gehört zu den Triptanen und wird bei akuten Migräneanfällen mit und ohne Aura eingesetzt, nicht zur Vorbeugung. In Deutschland ist der Wirkstoff verschreibungspflichtig, mit einer Ausnahme für kleine Packungen der 50-mg-Tabletten nach einer ärztlich gestellten Migränediagnose. Einen Überblick über Schmerz- und Migränemittel gibt der Bereich Schmerzen und Migräne.

Wie Sumatriptan wirkt und wofür es gedacht ist

Sumatriptan ist ein 5-HT1-Rezeptor-Agonist aus der Gruppe der Triptane. Migränebeschwerden können laut Gebrauchsinformation durch eine vorübergehende Erweiterung von Blutgefäßen im Kopf entstehen, die Sumatriptan vermutlich vermindert. Das trägt dazu bei, dass die Kopfschmerzen abklingen und Begleitbeschwerden wie Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit nachlassen. Unbehandelt dauert ein Migräneanfall in der Regel zwischen 4 Stunden und 3 Tagen.

Sumatriptan behandelt den einzelnen Anfall und wird erst eingenommen, wenn der Migränekopfschmerz begonnen hat; um Anfällen vorzubeugen, ist es nicht geeignet. Sumatriptan ist der Wirkstoff des Originalpräparats Imigran. In Deutschland sind Tabletten, Nasensprays und Lösungen zur Injektion unter die Haut zugelassen.

Wann Sumatriptan ohne Rezept erhältlich ist

Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung macht Sumatriptan grundsätzlich verschreibungspflichtig. Ausgenommen sind nur feste Darreichungsformen zum Einnehmen, etwa Tabletten, mit 50 mg je Einzeldosis und insgesamt 100 mg je Packung, zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräneanfällen mit und ohne Aura und nach der Erstdiagnose einer Migräne durch einen Arzt. Rezeptfreie Packungen enthalten deshalb zwei Tabletten.

Auch für diese Packungen gilt laut Gebrauchsinformation: Vor der ersten Einnahme muss ein Arzt festgestellt haben, dass Ihre Kopfschmerzen durch Migräne und nicht durch eine andere Erkrankung verursacht werden. Sind die Voraussetzungen erfüllt und genügen Ihnen zwei Tabletten, brauchen Sie keine ärztliche Verschreibung. Alle anderen Formen und Packungen sind verschreibungspflichtig:

Form und PackungStatus in Deutschland
Tabletten 50 mg, Packung mit insgesamt 100 mg Wirkstoff (2 Tabletten), nach ärztlicher Erstdiagnose einer Migräneohne Rezept in der Apotheke
Tabletten 50 mg in größeren Packungenverschreibungspflichtig
Tabletten 100 mgverschreibungspflichtig
Nasensprayverschreibungspflichtig
Injektionslösung zur Anwendung unter die Hautverschreibungspflichtig

Dosierung laut Gebrauchsinformation

Die Angaben gelten für Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren; die Dosis für Sie legt der verordnende Arzt fest. Die Tablette wird unzerkaut mit Wasser geschluckt. Bringt sie bei einem Anfall gar keine Linderung, fragen Sie in der Arztpraxis oder in der Apotheke nach, statt die Dosis selbst zu verändern.

SituationAngabe der Gebrauchsinformation
Übliche Dosiseine Tablette mit 50 mg; manche Patienten brauchen 100 mg, von Dosen über 100 mg ist keine bessere Wirkung zu erwarten
Zeitpunktam besten, sobald der Migränekopfschmerz beginnt; eine spätere Einnahme während des Anfalls ist möglich
Beschwerden kehren zurückerneute Einnahme möglich, mit mindestens 2 Stunden Abstand
Erste Dosis wirkt nichtfür denselben Anfall keine zweite Tablette und keine andere Darreichungsform von Sumatriptan
Höchstmenge300 mg Sumatriptan in 24 Stunden, also 6 Tabletten mit 50 mg
Unter 18 und über 65 JahreEinnahme nicht empfohlen

Wann Sumatriptan nicht eingenommen werden darf

Die Gebrauchsinformation nennt die folgenden Gegenanzeigen. Bei besonderen Migräneformen mit halbseitiger Lähmung, Lähmung der Augenmuskeln oder Anzeichen einer Mangeldurchblutung des Hirnstamms soll Sumatriptan ebenfalls nicht angewendet werden.

  • Allergie gegen Sumatriptan oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Herzerkrankungen wie eine Verengung der Herzkranzgefäße, Angina pectoris oder ein früherer Herzinfarkt
  • Durchblutungsstörungen in den Beinen mit krampfartigen Schmerzen beim Gehen
  • früherer Schlaganfall oder vorübergehende Minderdurchblutung des Gehirns (transitorische ischämische Attacke)
  • hoher Blutdruck; bei leicht erhöhtem, gut eingestelltem Blutdruck kann eine Einnahme möglich sein
  • schwere Lebererkrankung
  • gleichzeitige Einnahme anderer Migränemittel mit Ergotamin oder verwandten Wirkstoffen wie Methysergid oder eines anderen Triptans
  • Behandlung mit MAO-Hemmern wie Moclobemid oder Selegilin, jetzt oder in den letzten zwei Wochen

Vorsicht, Wechselwirkungen und zu häufige Einnahme

In sehr seltenen Fällen sind nach der Einnahme schwerwiegende Herzprobleme aufgetreten, ohne dass es vorher Anzeichen einer Herzerkrankung gab. Starke Raucher und Menschen unter Nikotinersatztherapie, besonders Männer über 40 Jahre und Frauen in oder nach den Wechseljahren, sollten deshalb vor der Behandlung ihre Herzfunktion prüfen lassen. Der Arzt sollte außerdem von früheren Krampfanfällen oder Risikofaktoren dafür, von Leber- oder Nierenerkrankungen und von einer Allergie gegen Sulfonamid-Antibiotika wissen; wer gegen Sulfonamide allergisch ist, kann auch auf Sumatriptan allergisch reagieren. Die Tabletten enthalten Lactose.

Antidepressiva aus den Gruppen der SSRI, etwa Sertralin, und der SNRI können zusammen mit Sumatriptan ein Serotonin-Syndrom auslösen. Anzeichen sind Unruhe, Verwirrtheit, Schwitzen, Halluzinationen, gesteigerte Reflexe, Muskelkrämpfe, Zittern und Herzrasen; dann ist umgehend ärztliche Hilfe nötig. Migränemittel mit Ergotamin sollen mindestens 24 Stunden vor Sumatriptan abgesetzt und frühestens 6 Stunden danach wieder eingenommen werden; bei einem anderen Triptan beträgt der Abstand in beide Richtungen mindestens 24 Stunden. Johanniskraut kann Nebenwirkungen wahrscheinlicher machen.

Werden Triptane oder Schmerzmittel zu oft eingenommen, können sich die Kopfschmerzen dadurch verstärken. Empfohlen wird deshalb, Kopfschmerz- und Migränemittel an höchstens 10 Tagen im Monat einzunehmen; einfache Schmerzmittel wie Ibuprofen zählen dabei mit. Brauchen Sie Sumatriptan häufig, sprechen Sie mit Ihrem Arzt; er kann empfehlen, es abzusetzen.

Nebenwirkungen und Warnzeichen

Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, treten Schmerzen sowie Schwere-, Druck- oder Engegefühl in Brust, Hals oder anderen Körperteilen auf, außerdem ungewöhnliche Empfindungen wie Taubheit, Kribbeln, Hitze- oder Kältegefühl. Diese Beschwerden können intensiv sein, gehen aber meist rasch vorüber. Ebenfalls häufig sind Übelkeit oder Erbrechen, die auch vom Anfall selbst kommen können, Müdigkeit oder Benommenheit, Schwindel, Schwächegefühl, Hitzewallungen, ein vorübergehender Blutdruckanstieg, Kurzatmigkeit und Muskelschmerzen.

Mit unbekannter Häufigkeit wurden unter anderem Krampfanfälle, Sehstörungen bis zum Sehverlust, Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris und Herzinfarkt, Blutdruckabfall mit Ohnmachtsgefühl, eine Durchblutungsstörung des Darms mit Schmerzen im linken Unterbauch und blutigem Durchfall sowie das Raynaud-Syndrom beschrieben. Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe, wenn eines dieser Warnzeichen auftritt:

  • Schmerzen oder Engegefühl in der Brust, die nicht rasch vergehen oder stärker werden, im Zweifel über den Notruf 112
  • Anzeichen einer Allergie wie Hautausschlag, Nesselsucht, pfeifende Atmung, Schwellungen von Augenlidern, Gesicht oder Lippen oder ein Kreislaufzusammenbruch: Sumatriptan nicht mehr einnehmen
  • Schmerzen im linken Unterbauch mit blutigem Durchfall
  • ein Krampfanfall oder ein plötzlicher Sehverlust

Ärztliche Prüfung und wann eine Praxis vor Ort nötig ist

Bevor Sumatriptan verordnet wird, muss geklärt sein, dass die Kopfschmerzen von einer Migräne und nicht von einer anderen Erkrankung herrühren; bei Risikofaktoren soll außerdem die Herzfunktion geprüft werden. Wurde bei Ihnen noch nie eine Migräne festgestellt, ist ein Termin in der Hausarztpraxis oder in einer neurologischen Praxis deshalb der passende erste Schritt. Ob vorhandene Befunde für eine Bewertung über diesen Dienst ausreichen, entscheidet der Arzt im Einzelfall.

Im medizinischen Fragebogen schildern Sie Ihre Migräne, bisherige Behandlungen, Vorerkrankungen und alle Arzneimittel; Arztbriefe oder Befunde senden Sie über den Chat in Ihrem Konto, wenn der Arzt sie anfordert. Bewertet werden die Angaben vom Arzt Damian Wojno (polnische Approbation, Nr. 3211301). Er kann Rückfragen stellen, Unterlagen anfordern, die Verordnung ablehnen oder Sie an eine Praxis vor Ort verweisen. Ist die Bewertung positiv, erhalten Sie die ärztliche Verschreibung als PDF per E-Mail. Über die Abgabe entscheidet die Apotheke.

Treten Lähmungen, Sprach-, Seh- oder Bewusstseinsstörungen neu auf, wählen Sie den Notruf 112. Außerhalb der Sprechzeiten erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.

Was kostet das?

Rezeptfreie Packungen bezahlen Erwachsene selbst, denn nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sind nach § 34 Abs. 1 SGB V grundsätzlich von der Versorgung durch die gesetzliche Krankenversicherung ausgeschlossen. Die ärztliche Verschreibung über diesen Dienst ist kein Kassenrezept; auch verschreibungspflichtiges Sumatriptan bezahlen Sie damit in der Apotheke selbst. Die Gebühr für die ärztliche Bewertung wird vor der Zahlung angezeigt.

Ist Sumatriptan rezeptfrei?

Nur in einer Form: als Tabletten mit 50 mg in Packungen mit insgesamt 100 mg Wirkstoff, also mit zwei Tabletten, und nur, wenn ein Arzt die Migräne bereits festgestellt hat. Größere Packungen, Tabletten mit 100 mg, Nasenspray und Injektionslösung gibt die Apotheke nur gegen eine ärztliche Verschreibung ab.

Hilft Sumatriptan auch bei anderen Kopfschmerzen?

Sumatriptan-Tabletten werden laut Gebrauchsinformation nur zur akuten Behandlung von Migräneanfällen mit und ohne Aura angewendet. Deshalb muss vor der Anwendung ärztlich festgestellt sein, dass es sich um Migräne handelt; bei Kopfschmerzen anderer Ursache sind die Tabletten nicht vorgesehen.

Darf ich Sumatriptan in der Schwangerschaft oder Stillzeit einnehmen?

Zur Schwangerschaft gibt es laut Gebrauchsinformation nur begrenzte Daten; ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko hat sich bisher nicht gezeigt. Ob Sumatriptan für Sie infrage kommt, bespricht der Arzt mit Ihnen. In der Stillzeit wird nach einer Einnahme 12 Stunden lang nicht gestillt, und in dieser Zeit abgepumpte Milch wird verworfen.

Kann ich Sumatriptan mit über 65 Jahren einnehmen?

Die Gebrauchsinformation empfiehlt Sumatriptan für Menschen über 65 Jahre nicht. Ob in diesem Alter dennoch eine Verordnung infrage kommt, entscheidet der Arzt im Einzelfall.

Darf ich nach der Einnahme von Sumatriptan Auto fahren?

Sowohl der Migräneanfall als auch Sumatriptan können müde machen. Fühlen Sie sich müde oder benommen, fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen.

Wird die ärztliche Verschreibung in der Apotheke angenommen?

Die Verschreibung wird in Polen vom Arzt Damian Wojno (polnische Approbation, Nr. 3211301) ausgestellt. Sie erhalten die ärztliche Verschreibung als PDF per E-Mail. Über die Abgabe entscheidet die Apotheke. Sie prüft unter anderem die Unterschrift, und Verschreibungen aus anderen EU-Staaten werden in Deutschland nicht in jedem Fall beliefert; erkundigen Sie sich deshalb vorab in der Apotheke, in der Sie das Arzneimittel abholen möchten.